5. Vernetzungstreffen in der Kainz Mühle in Pernersdorf bei Christa und Erich Schäffer

Unser traditionelles Vernetzungstreffen der Mitglieder des österreichweiten Mühlenvereines -“Österreichische Gesellschaft der Mühlenfreunde” ging am 21.8.2026 in der Kainz-Mühle in Pernersdorf im Pulkautal/NÖ über die Bühne. Die Eigentümer Christa und Erich Schäffer führten durch die Mühle und zeigten die Funktionen der guterhaltenen Maschinen auf mehreren Stockwerken. Bei reicher Bewirtung folgten nie enden wollende interessante Mühlengespräche. Auch Landtagsabgeordneter Richard Hogl war mit von der Partie, ist er doch auch Mitglied des Mühlenvereines.

Vielen Dank an die Familie Schäffer für die hoch interessante Führung durch die liebevoll gepflegte alte Kunstmühle und die tolle Bewirtung!

Das nächste Vernetzungstreffen wird im April 2027 in der Retzer Windmühle stattfinden.

Elisabeth Schöffl-Pöll
Eva Klimek

Foto: Jackie Baumgartner

Wasser auf die Tiroler Mühlen

Die Tiroler Tageszeitung widmet Johann „Hans“ Glatzl und seinem langjährigen Einsatz für das Tiroler Mühlenwesen einen ausführlichen Bericht.

Mit der 1996 fertiggestellten Haiminger Bauernmühle schuf der engagierte Biobauer ein besonderes Beispiel dafür, wie sich traditionelle Bauweise und moderne Technik erfolgreich verbinden lassen. Die Mühle wurde zum Vorbild für weitere Projekte und gab den Anstoß zur Entstehung von sechs weiteren Mühlenanlagen in Tirol.

Johann Glatzl brachte dabei nicht nur Wasserräder und Mühlsteine wieder in Bewegung. Mit seinem Fachwissen und seiner Begeisterung führte er auch Menschen zusammen, unterstützte neue Vorhaben und entwickelte sich zu einem wichtigen Ansprechpartner für die Tiroler Mühlenfreunde.

Der vollständige Beitrag von Thomas Parth ist am 7. August 2026 in der Tiroler Tageszeitung erschienen.

Zum Originalbericht in der Tiroler Tageszeitung

Quelle: Tiroler Tageszeitung, 7. August 2026

Post aus Übersee – Argentinien – Paraguay

Neueröffnung in Paraguay – Ein weiterer Meilenstein für unser Steinmühlenmehl
Zusammenarbeit Molino Mayal mit neueröffnetem Fachgeschäft „Reserva Ecologia“ in Caacupe (Paraguay) – Artikel von Anton Kraus

Zur Erinnerung

Die Mühle ‚Molino Mayal‘ in Buenos Aires, in der Provinz Escopa ist seit 2017 mit drei elektrisch betriebenen Mahlwerken in Betrieb. Herr Anton Kraus (Besitzer der Mühle und seit 2024 Mühlenfreunde-Mitglied) war bei einem Europaaufenthalt auch in Österreich auf der Suche nach einem Fachmann für Steinmühlen und Mühlentechnik. Über private Personen entstand die Kontaktaufnahme zu unserem Mitglied Karl Hager.

Auf Stein gemahlenes Mehl war in Argentinien eine Marktlücke und diese wurde durch die Inbetriebnahme der Mühle „Molino Mayal“ geschlossen.

Nach einem intensive 6 wöchigen Argentinien-Arbeitseinsatz, konnten die Mühlen und Mahlsteine von Karl Hager, wieder instand gesetzt werden und vor allem die Betreiber mit dem Müllerhandwerk besser vertraut zu machen.
Seit diesem Besuch 2024, ist Anton Kraus „Molino Mayal“, Mitglied bei der „Österreichischen Gesellschaft der Mühlenfreunde“.

(aus ‚GLÜCK ZU‘ Nr. 21, Juli 24, Zusammenfassung – H. Wunsch)

Neueröffnung in Paraguay
Ein weiterer Meilenstein für unser Steinmühlenmehl

Liebe Mühlenfreunde,

mit großer Freude dürfen wir Ihnen eine schöne Neuigkeit mitteilen.

Am 18. Juli 2026 wurde in Caacupe (Paraguay) das neue Fachgeschäft “Reserva Ecologia” eröffnet. Das Geschäft hat sich auf hochwertige biologische und naturbelassene Lebensmittelspezialisiert und bietet ab sofort auch unsere auf Steinmühlen vermahlene Vollkornmehle an.

Für unsere Mühle Molino Mayal bedeutet diese Zusammenarbeit einen wichtigen ersten Schritt auf dem paraguayischen Markt. Es ist unser Anliegen, immer mehr Menschen die besonderen Eigenschaften von traditionell auf Steinmühlen gemahlenem Mehl näherzubringen und damit einen Beitrag zu einer bewussten und gesunden Ernährung zu leisten.

Anton Kraus (Bildmitte) mit Vertretern der Firma Reserva Ecologia in Caacupe (Paraguay)

Auch in Paraguay wächst das Interesse an natürlichen, ursprünglichen und biologisch erzeugten Lebensmitteln. Immer mehr Verbraucher legen Wert auf Qualität, Regionalität und eine schonende Verarbeitung der Rohstoffe. Genau hier setzt unsere Philosophie an.

Seit mehreren Jahren bauen wir in Argentinien die wertvollen Urgetreide Dinkel, Emmer und Einkorn an. Diese traditionsreichen Getreidesorten werden nach der Ernte mit großer Sorgfalt auf unseren Steinmühlen langsam und besonders schonend vermahlen. Dadurch bleiben die natürlichen Bestandteile des ganzen Korns- Keimling, Kleie und wertvolle Nährstoffe- weitgehend erhalten.

Das Ergebnis ist ein aromatisches, herzhaftes und besonders backfähiges Vollkornmehlmit einem unverwechselbaren Geschmack und hervorragenden Backeigenschaften. Es eignet sich hervorragend für Brot, Brötchen, Kuchen, Pasta und viele weitere Backwaren und sorgt für ein besonderes Genusserlebnis.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Verbreitung der alten Urgetreide in Südamerika. Durch die in Paraguay ansässigen deutsch-, österreichisch- und schweizerstämmigen Gemeinschaften sehen wir eine wertvolle Möglichkeit, das Wissen über diese traditionellen Getreidesorten weiterzugeben und ihre Verwendung im Alltag zu fördern.

Wir freuen uns sehr, dass unsere Produkte nun auch in Paraguay erhältlich sind, und danken allen Partnern und Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen. Gemeinsam möchten wir dazu beitragen, das Bewusstsein für hochwertige, natürliche Lebensmittelund die jahrhundertealte Kunst des Steinmahlens weiter wachsen zu lassen.

Herzliche Grüße
Ihr Team von Molino Mayal

Präsident Karl Grammanitsch

Liebe Mühlenfreundinnen! Liebe Mühlenfreunde!

Die Hauptversammlung 2026 ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Protokoll und Berichte sowie die Präsentationen unserer Referenten im Anschluss der Tagung finden Sie auf unserer Homepage im internen Bereich.

Diese ist nun schon länger neugestaltet, übersichtlicher und auch informativer. Neu ab nun ist auch, dass wir unsere Mühlenzeitung „Glück zu“ nicht mehr gesondert herausgeben, sondern dass diese in Form eines sogenannten Newsletters „NEWS Glück zu“ auf unserer Homepage laufend erscheint und immer die aktuellen Neuigkeiten beinhaltet.

Wir wollen dabei unsere Schwerpunkte einerseits auf die Chronik, unsere Vergangenheit legen, weiters auf interessante Mühlen in Österreich aber auch in anderen Ländern hinweisen – eventuell auch mit Reiseberichten – und letztendlich wird auch immer auf Aktuelles hingewiesen, was nicht ohnehin laufend auf der Homepage zu finden ist. Wir bitten daher, interessante Artikel und Veranstaltungen, Berichte, Neuigkeiten etc. an unsere Emailadresse office@muehlenfreunde.at zu senden. Das Redaktionsteam wird diese dann für die Homepage vorbereiten und zuordnen. Es gibt also immer laufende Information für alle Mitglieder. Sollten Verbesserungsvorschläge gewünscht sein, bitte uns dies auch mit zu teilen. Wir werden alle positiven Vorschläge gerne aufnehmen.

Was war uns wichtig bei der diesjährigen Hauptversammlung?

Mühlentag 2027

1 + 2. Österreichischer Mühlentag haben insgesamt ca. 10.000 Besucher zu uns geführt. Doch beachtlich, und einmal mehr wurde wieder im Feedback ein  „ungünstiger Termin“ genannt. Daher haben wir nun endgültig festgelegt, in Zukunft – wie in Bayern und der Schweiz – den Pfingstmontag zu wählen, auf jeden Fall aber alle 2 Jahre. Das heißt, der 3. Österreichische Mühlentag findet am Pfingstmontag, den 17. Mai 2027 statt und – diesmal wird die offizielle Eröffnung im Bundesland Salzburg sein, die „Venedigermühle Sulzau“ hat sich dazu bereit erklärt. Ein Dankeschön an den neuen Landessprecher Karl Mitterhauser, er wird uns seine neu renovierte Mühle präsentieren.

Landessprecher/Beiräte

Nun haben wir 8 Landessprecher, für das Burgenland konnten wir Eveline Schlager neu gewinnen. In OÖ wird Wolfgang Niedereder Harald Marschner ersetzen und Ing. Karl Mitterhauser folgt Bgm. Herbert Walkner in Salzburg nach. Ein großes Dankeschön an alle, die bislang für uns und ihr Bundesland tätig waren, und viel Erfolg allen neuen Landessprechern.

Wir planen auch ein eigenes Treffen unserer Landesprecher im Herbst (September oder Oktober), wo wir uns austauschen wollen. Wir wollen unsere Ziele neu definieren, aber auch die Betreuung unserer Mitglieder verbessern und mit den Planungen des kommenden Mühlentages 2027 beginnen.

Wir freuen uns auch über 2 neue Beiräte, Franz Czafaurek und Josef Guggenberger unterstützen uns mit ihrem umfangreichen Mühlenwissen.

Projekt „Turnau“ – Steiermark

Das beantragte Förderprojekt wurde leider abgelehnt, mit dem Hinweis, dass mit einigen Verbesserungsvorschlägen ein neues Projekt beantragt werden kann, dies im Rahmen einer Ländlichen Innovationspartnerschaft (LIP). Natürlich können wir auch hier unsere Unterstützung ideeller Natur anbieten. Vor allem deshalb, da wir jede Menge Fachleute in unserem Verein haben. Wir berichten laufend.

Ich bedanke mich im Namen des Vorstandes für das Vertrauen für die nächsten 4 Jahre und wünsche unserem Verein alles Gute für die weitere Zukunft. Alle Details und Kontakte entnehmen Sie bitte dem Protokoll der Hauptversammlung.

Karl Grammanitsch, Präsident

Ausbreitung des Getreideanbaus, Entwicklung der Landwirtschaft

Vor etwa 12000 Jahren begann der homo sapiens einige Tiere und Pflanzen zu manipulieren. Sie domestizierten zuerst Weizen und Ziegen. D.h. Sie säten Weizen, gossen die Saat, jäteten Unkraut und weideten die Ziegen. Sie erwarteten sich dadurch mehr Ertrag.

Dies war der Beginn der landwirtschaftlichen Revolution.

Vor 7000 Jahren siedelten diese Ackerbauern bereits in Mitteleuropa und verbreiteten sich in den Jahrtausenden danach in Europa. In Regionen mit fruchtbaren Lössböden bauten sie rund um ihre Langhäuser Einkorn und Emmer an. Ihre Tiere trieben sie zum Weiden in den Wald. Manchmal hatten sie noch Jäger und Sammler als Nachbarn.

Noch heute beziehen wir über 90 % unseres Kalorienbedarfs von einer Handvoll Pflanzenarten.

Die Landwirtschaft hat sich an verschiedenen Orten entwickelt. Die chinesischen Bauern domestizierten Reis, Hirse und Schweine, die Menschen in Mittelamerika Kartoffel und Lamas, Nordamerika Kürbisse, Neuguinea Zuckerrohr und Bannen, Westafrika Hirse, Reis und Weizen.

Nicht alle Pflanzen lassen sich domestizieren.

Bei meinem Aufenthalt in Australien fand ich aber folgende Hinweise, die erklärten, dass die Aborigines schon viel früher Getreide hatten.

Der älteste Mahlstein stammt angeblich von der Fundstelle “Cuddie Springs” – Südost-Australien. Das Datum wurde mit ca. 27.000 Jahren angegeben. Die archäologischen Ausgrabungen sollen belegen, dass in dieser Gegend auch schon primitiver Getreideanbau stattgefunden hat, diese Aussage ist jedoch von europäischen Wissenschaftlern sehr umstritten, da die Getreidesorten in Australien nicht heimisch waren. Ist dies ein Grund?

Otto Schöffl

Hermann Müller: Mühlenhochburg Heppenheim.

Großes Mühlen- und Müller-Lexikon. Daten und Fakten zu 800 Jahren Mühlengeschichte verfasst und herausgegeben im Auftrag des Heppenheimer Geschichtsverein e.V. von Hermann Müller. SERA.PRINT Druckerei und Verlag, Einhausen. Heppenheim an der Bergstraße 2024. Festeinband mit Fadenbindung, 1006 S., EUR 85,00, ISBN: 978-3-926707-24-6

 

Die Geschichte von Heppenheim an der Bergstraße, heute Kreisstadt des südhessischen Landkreises Bergstraße, reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück und zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Menschen, Ereignissen und Entwicklungen aus. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 755, das Stadtrecht erhielt er 1318 (https://de.wikipedia.org/wiki/Heppenheim_(Bergstraße)). Vom 12. Jahrhundert bis 1975 war Heppenheim durch eine außerordentlich hohe Anzahl von Mühlen unterschiedlicher Art – darunter neben Mahlmühlen für Getreide auch Ölmühlen, Schneidmühlen und sogar eine Pulvermühle – eine ausgeprägte Mühlenhochburg, indem sich an fünf kleinen Bächen im Stadtgebiet über 60 Wassermühlen befanden. Weitere, mit Muskel- oder Dampfkraft angetriebene Mühlen kamen hinzu, so dass über 80 ehemalige Mühlenstandorte mit über 130 Mühlen nachweisbar sind. Mehr als 1.800 Müller gingen im Laufe der Zeit in diesen Mühlen ihrer anstrengenden Arbeit nach. An die bedeutende Rolle der Mühlen für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte erinnern heute der „Heppenheimer Mühlenrundweg“ (https://www.mueller-heppenheim.de/muehlen.htm) mit 23 Stationen sowie ein mit einem Kunst-Mühlrad gestalteter „Mühlen-Kreisel“ (https://rhein-neckar-wiki.de/Muehlenkreisel). Eine Gesamtdarstellung zur Geschichte der Mühlen in Heppenheim fehlte unterdessen bislang.

Unter dem Titel „Mühlenhochburg Heppenheim“ hat nun jüngst der Heppenheimer Geschichtsverein e.V. (https://www.geschichtsverein-heppenheim.de) ein „Großes Mühlen- und Müller-Lexikon“ herausgegeben, das – so der treffende Untertitel – „Daten und Fakten zu 800 Jahren Mühlengeschichte“ präsentiert. Verfasst wurde der mit gut 1.000 Seiten opulente Band, der sich seiner Leserschaft mit Festeinband und Fadenbindung im Din-A-4-Format präsentiert, von Hermann Müller, Ingenieur der Elektrischen Energietechnik und seit mehr als 50 Jahren Heimat- und Familienforscher, der sich zudem seit langem für die Erinnerung an die Mühlenkultur engagiert. Die sehr umfangreiche Veröffentlichung, die erste gesamthafte Darstellung über Mühlen und Müller in der Kreisstadt Heppenheim einschließlich all ihrer Stadtteile, kann sich als Dokumentation, Nachschlagewerk und Quellenedition in jeder Hinsicht sehen lassen. Das gelungene Buch gliedert sich dabei in die folgenden fünf großen Bereiche, die ihrerseits in zahlreiche Kapitel und Unterkapitel untergliedert sind:

  • Mühlenhochburg Heppenheim. 800 Jahre Mühlengeschichte (S. 19-78),
  • Mühlen-Lexikon. Geschichte der einzelnen Mühlen (S. 79-778),
  • Heppenheimer Wassermühlen aus technischer Sicht (S. 779-800),
  • Müllerhandwerk. Das harte Leben der Müller (S. 801-824),
  • Heppenheimer Müller-Lexikon. Mühlenbesitzer und -pächter, Müller, Mühlärzte und -knechte (S. 825-1002).

Ergänzt wird die ausführliche Darstellung, die auf dem intensiven langjährigen Sichten, Transkribieren und Auswerten von zahlreichen Dokumenten – Archivalien, Karten und Plänen – des Autors in einer Vielzahl von Archiven sowie dem Sammeln von Zeitzeugenberichten und Fotos basiert, durch ein Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 1003-1006).

Zur Bedeutung und Intension der Veröffentlichung, deren Druck vom Magistrat der Stadt Heppenheim, der Sparkasse Starkenburg und der Firma „ESM – Ihr Spezialist für Schwingungstechnik“ (Heppenheim) gefördert wurde, schreibt der Autor in seinem Vorwort: „Vorliegende Dokumentation soll nicht nur ein Nachschlagewerk sein. Sie soll auch zum Schmökern einladen und erlaubt eine Zeitreise in die Geschichte, die durch eine Vielzahl von Fotos, Gemälden, Zeitungsanzeigen und Auszügen aus alten Dokumenten weit über die Mühlengeschichte hinaus Informationen vermittelt“ (S. 17).

Nach einem Überblick über die 800-jährige Geschichte der Mühlen in Heppenheim werden im Hauptteil, dem „Mühlen-Lexikon“, alle Informationen zu rund 130 Mühlen an mehr als 80 verschiedenen Mühlenstandorten im Detail vorgestellt. Nach Darstellung der Heppenheimer Wassermühlen aus technischer Sicht und den beschwerlichen Alltag des Müllerhandwerks werden im anschließenden Heppenheimer „Müller-Lexikon“ Kurzinformationen zu über 1.050 Müllern, Mühlenbesitzern und Mühlärzten mit Bezug zu Heppenheim aufgeführt.

Die Vielzahl der Daten und Fakten über die Mühlen sowie zu den Mühlenbesitzern, Mühlenpächtern, Müllern, Mühlärzten und Mühlknechten, die sich der Leserschaft übersichtlich und verständlich präsentieren, wird durch eine Reihe von Tabellen sowie gut 2.250 Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen – neben historischen und aktuellen Fotos beispielsweise auch zeitgenössische Pläne, Lageskizzen, Auszüge aus Katastern, Anzeigen, Geschäftsempfehlungen und Nachrufe – ergänzt. Insgesamt betrachtet zeigt die Darstellung nicht nur sehr anschaulich, wie außergewöhnlich hoch die Konzentration und Vielfalt er Mühlen an den relativ kleinen Bächen in und um Heppenheim war, sondern gewährt darüber hinaus auch über einen langen Zeitraum tiefe Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen, die in ihnen arbeiteten. Hermann Müller und der Heppenheimer Geschichtsverein e.V. können auf die vorliegende Arbeit stolz sein, indem sich entsprechende Studien in dieser Breite und Tiefe nur äußerst selten finden.

Dr. Hubert Kolling

Internationales Mühlenmuseum Gifhorn

Internationales Mühlenmuseum Gifhorn(aus dem Buch „Mühlenmagie), Bericht von Otto Schöffl

 

Auf dem 15 ha großen Freilichtgelände stehen 13 originalgetreu nachgebaute Wind- und Wassermühlen aus aller Welt den Besuchern zur Besichtigung offen.

Die ganze Bandbreite der Mühlentechnologie kann man hier konzentriert und lebendig erleben.

Unter anderem die berühmte Sanssouci-Mühle, die 150-jährige Kellerholländer-Mühle „Immanuell“, eine Rossmühle mit einem Laufrad von 32 m Umfang, eine Donau-Schiffsmühle mit alter Technik und eine Halle mit Dutzenden maßstabsgetreuen Modellen.

Im Bild hier zu sehen ist die schottische Mühle „Lady Devorgilla“.

Ich habe mit unserem Präsidenten Karl Grammanitsch dieses einmalige Museum bewundert.

Wir waren auf einer Mühlenreise bis in den Norden Deutschlands und wurden vom dortigen Mühlenverein animiert in Österreich auch einen Mühlenverein zu gründen.

 

Mühlen anderswo …

Mühlen anderswo …

 

Im Zuge meiner letzten Urlaubsreise nach Griechenland auf die Halbinsel Mani sind wir auf eine der letzten traditionellen Ölmühlen am Peloponnes gestoßen. Sie befindet sich 50 km südlich von Kalamata im Zentrum des kleinen „Bergdorfes“ Thalames mit etwa 120 Einwohnern.

Bei unserem Besuch haben wir die sympathische und engagierte Betreiberin Yvonne Samstag kennengelernt die uns u.a. das betriebswirtschaftliche Konzept erklärte.

Die Herstellung des Olivenöles erfolgt nur mit Produkten aus der Umgebung. Es wird ausschließlich mit der sich vor Ort befindlichen Steinmühle gearbeitet. Alle (strengen) behördlichen Vorgaben werden eingehalten.

Die Vermarktung erfolgt zum Teil vor Ort im Shop, zum größten Teil jedoch online über einen Logistikstandort in Deutschland. Abnehmer sind privaten Kunden, ausgewählte Feinkostläden und die gehobene Gastronomie.

Auszüge aus der Homepage von Morea Olivenöl:

… das Land
​Hinter den Bergen des Taygetos, an dessen Ausläufern im Süden des mittleren Ausläufers der mythenumwobenen griechischen Halbinsel Peloponnes, liegt die Mani – ein wilder, ursprünglicher Landstrich, geprägt von unwegsamen steinigen Hängen, durchbrochen von Terrassen und fruchtbaren Ebenen die sich zum Meer hin ergießen. Hier wachsen silbern schimmernd die Olivenbäume umringt von Kräutern und Sträucher die das Landschaftsbild prägen. Der teils karge Untergrund erscheint auf den ersten Blick denkbar ungeeignet für den Olivenanbau, dabei sind es gerade die kargen kalkhaltigen Böden die der Olivenbaum liebt.

Nicht umsonst gilt die Mani weltweit als eines der besten Produktionsgebiete für Olivenöl und das schon seit der Antike.

… über uns

​Unsere Mühle ist eine der letzten verbliebenen traditionellen Steinmühlen auf dem Peloponnes bzw. in Griechenland. Bis vor 30 Jahren war dies der weltweite Standard der Olivenölgewinnung und somit die Fortsetzung einer tausend Jahre alten Tradition. Diese Mühlen sind heutzutage weitestgehend verschwunden.

Nur die Selbstvermarktung unseres Olivenöls ermöglicht den Fortbestand dieses alten Handwerks der traditionellen Presskunst.

​… die Ernte

Ganz nach Jahresverlauf und Reifegrad der Oliven beginnt die Ernte zwischen Anfang bis Mitte November und endet teils erst im Februar des Folgejahres. Geerntet wird jeden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sowie es das Wetter zulässt. Dementsprechend läuft auch die Mühle fast Tag und Nacht. Um die beste Qualität zu erhalten, müssen die Oliven so frisch als möglich nach dem Ernten zur Mühle gebracht werden um dort zeitnah weiterverarbeitet zu werden. Je frischer die Oliven verarbeitet werden, desto niedriger ist der Säuregehalt des Öls. Letztlich ist der Geschmack entscheidend.

Resümee: Ohne persönlichen Einsatz und ohne einen Betriebskonzept, abgestimmt auf eine Zielgruppe, werden traditionelle Herstellungsmethoden nicht überleben.

Hans Baumgartner​​

The Old Windmill, Brisbane, Australien

The Old Windmill, Wickham ParkThe Old Windmill, Wickham Park

The Old Windmill is located in Wickham Park , on Wickham Terrace in Spring Hill , Brisbane , Queensland , Australia . The Old Windmill befindet sich im Wickham Park , auf Wickham Terrace in Spring Hill , Brisbane , Queensland , Australien . According to the heritage notice (shown at left), it is the oldest surviving building in Queensland. Es ist das älteste erhaltene Gebäude in Queensland.

The Old Windmill was built in 1824 [ 1 ] during colonial times by convicts for grinding grains, such as wheat and maize. The Old Windmill wurde 1824 während der kolonialen Zeiten durch Sträflinge zum Mahlen von Getreide, wie Weizen und Mais gebaut. The Old Windmill originally had wind-powered sails. The Old Windmill hatte ursprünglich ein Windrad mit Segeltüchern.

After the murder of two members of a surveying party near Mount Lindesay in May 1840, three Aboriginal men were apprehended and tried for the crimes.Nach der Ermordung von zwei Mitgliedern einer Sternwarte . Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, sollte der Turm mit einer Zementmauer umhüllt werden, um Ziegeln und Mauerwerk vor Regenwasser Schäden zu schützen. The current render dates from a 1988 refurbishment, and is scored to imitate the stone blocks it covers. 1988 wurde dies mit Steinblöcken gemacht.

From 1922 to 1926 the tower served the Institute of Radio Engineers for meetings and experiments, Gympie Radio Pioneer AE Dillon 4CH, was the first experimenter to conduct MW tests and transmissions from this tower in late 1921 or early 1922. Von 1922 bis 1926 diente der Turm dem Radioinstitut für Tagungen und Experimente.  Vom Turm wurden die ersten Versuche und Übertragungen von Radiosendungen,Ende 1921 oder Anfang 1922 durchgeführt. The Tower was ideally suited for this purpose as it commanded a panoramic view from Moreton Bay in the east, to Darling Downs on the western horizon. Der Turm war ideal für diesen Zweck geeignet, da es einen Rundblick von Moreton Bay im Osten, zum Darling Downs am westlichen Horizont erlaubte. Nearby he erected a 150 feet (45m) mast and strung an 80 feet (24m) antenna between it and the Tower – the most impressive configuration of its kind in Queensland at the time. In der Nähe wurde ein 150 Fuß (45m) hoher Mast und eine 80 Fuß (24m) hohe Antenne errichtet

Dr. Otto Schöffl

 

 

 

 

 

Neunutzung alter Mühlen

Viele alte Wassermühlen stehen still. Sie haben einst die Menschheit mit dem Brot ernährt, für das sie das Korn gemahlen und das Mehl erzeugt haben. Einige wenige große Industriemühlen haben diese Arbeit übernommen und die teils uralten Wassermühlen stehen still und verfallen.

Diese Mühlengebäude sind die ältesten Gebäude, die in unserem Land stehen. Sie sind sehr solide gebaut, mussten sie doch das Geratter der schweren Mahlsteine Tag und Nacht aushalten.

Jedes dieser Gebäude ist anders, angepasst an die Landschaft und oft sogar an den Müller dieser Zeit.

 

Manche dieser uralten Mühlen könnten wieder einer betrieblichen Nutzung zugeführt werden. Vielleicht spezielle Mehle aus verschiedenen Getreiden herstellen.

Es ist irreführend anzunehmen, dass das Mahlen in einer historischen Mühle nicht erlaubt wäre. Man muss nur die Regeln des Lebensmittelgesetzes einhalten. Ökologische Produkte liegen voll im Trend.

Auch die Erzeugung elektrischer Energie macht die kleinen Bäche wieder interessant.

 

Eine weitere Neunutzung wäre eine Museale Nutzung. Dazu wären nur geringe Eingriffe in die historische Substanz der alten Mühle nötig. Behebung der substanzstörenden Schäden. Dabei wird nicht nur gemahlen, sondern es wird auch über das Mahlen berichtet.

Es kann freie Besichtigung erlaubt werden oder Führungen.

Es kann auch eine Mühlenwanderung entlang des Mühlbaches interessante Mühlenerlebnisse bringen. Die Umgebung der Mühle, das Mühlenisotop, ist meist sehr interessant.

Geschichtliches Wissen, alte Fotos, Erzählungen betagter Müllermeister, Mahlbücher, Mühlenzeitungen, Mühlenliteratur, Geschichte der Mühle. Spezielle Führungen für Schüler oder für Senioren…

Der Führer soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern das Erleben der Mühle möglich machen.

 

Manche Mühlen sind schon in sehr schlechtem Zustand. Der Holzwurm hat schon viel Holz der Rohre und Aufzüge zerstört. Die Feuchtigkeit der Wassermühlen hat das Eisen der Geräte durch Rost zerstört. Man kann Geräte und Holzrohre entfernen und die großen, hohen Räume könnten anderweitig genutzt werden:

Bei guten öffentlichen Anbindungen, Bahn und Bus, bei gutem Internetanschluss und guten Wohnmöglichkeiten (Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungen, etc.) könnten Firmen hier Außenstellen schaffen. (homeworking) Handwerksbetriebe könnten sich ansiedeln.

 

Künstler. Ärzte, sensible Menschen könnten Mühlen erwerben und viele haben dies schon gemacht. Sie nutzen die Ausstrahlung dieser alten Orte. Ich selbst bin in einer solchen alten Mühle aufgewachsen und habe diese positive Ausstrahlung erlebt. Später, als ich oft vom Beruf ausgelaugt war, besuchte ich diese alten Gebäude, spürte die positive Aura und kehrte erholt und positiv gestimmt zurück.

Könnte man diese bis zu 1000 Jahr alten Mühlenbiotope und deren heilende Wirkung nicht therapeutisch nutzen?

 

Vorschläge zur Hilfe für alte Mühlengebäude.

 

  • Alte Mühlen sind Kulturgut. Deshalb müssten Staat und Land diese fördern.
  • Klimageschützte Mühlen können, wenn unter Denkmalschutz, Förderungen bekommen.
  • Besitzer alter Mühlen müssen selbstbewusst auftreten und Kontakt zu Gemeinden, Land, suchen. Lösungen dabei und Zusammenarbeit suchen und pflegen. Zusammenarbeit mit Künstlern und mit der Wirtschaft.
  • Schulen haben die Aufgabe Ausflüge zu den alten Mühlen zu machen, damit die Schüler deren Wert und Nutzen kennen lernen. Besonders Berufsschulen sollen so den Lehrlingen die kulturgeschichtliche Bedeutung der Mühlen verständlich machen.

Otto J. Schöffl