Neunutzung alter Mühlen

Otto J. Schöffl

Viele alte Wassermühlen stehen still. Sie haben einst die Menschheit mit dem Brot ernährt, für das sie das Korn gemahlen und das Mehl erzeugt haben. Einige wenige große Industriemühlen haben diese Arbeit übernommen und die teils uralten Wassermühlen stehen still und verfallen.

Diese Mühlengebäude sind die ältesten Gebäude, die in unserem Land stehen. Sie sind sehr solide gebaut, mussten sie doch das Geratter der schweren Mahlsteine Tag und Nacht aushalten.

Jedes dieser Gebäude ist anders, angepasst an die Landschaft und oft sogar an den Müller dieser Zeit.

Manche dieser uralten Mühlen könnten wieder einer betrieblichen Nutzung zugeführt werden. Vielleicht spezielle Mehle aus verschiedenen Getreiden herstellen. Es ist irreführend anzunehmen, dass das Mahlen in einer historischen Mühle nicht erlaubt wäre. Man muss nur die Regeln des Lebensmittelgesetzes einhalten. Ökologische Produkte liegen voll im Trend.

Auch die Erzeugung elektrischer Energie macht die kleinen Bäche wieder interessant.

Eine weitere Neunutzung wäre eine Museale Nutzung. Dazu wären nur geringe Eingriffe in die historische Substanz der alten Mühle nötig. Behebung der substanzstörenden Schäden. Dabei wird nicht nur gemahlen, sondern es wird auch über das Mahlen berichtet.

Es kann freie Besichtigung erlaubt werden oder Führungen.

Es kann auch eine Mühlenwanderung entlang des Mühlbaches interessante Mühlenerlebnisse bringen. Die Umgebung der Mühle, das Mühlenisotop, ist meist sehr interessant.

Geschichtliches Wissen, alte Fotos, Erzählungen betagter Müllermeister, Mahlbücher, Mühlenzeitungen, Mühlenliteratur, Geschichte der Mühle. Spezielle Führungen für Schüler oder für Senioren…

Der Führer soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern das Erleben der Mühle möglich machen.

Manche Mühlen sind schon in sehr schlechtem Zustand. Der Holzwurm hat schon viel Holz der Rohre und Aufzüge zerstört. Die Feuchtigkeit der Wassermühlen hat das Eisen der Geräte durch Rost zerstört. Man kann Geräte und Holzrohre entfernen und die großen, hohen Räume könnten anderweitig genutzt werden:

Bei guter öffentlicher Anbindung, Bahn und Bus, bei gutem Internetanschluss und guten Wohnmöglichkeiten (Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungen …) könnten Firmen hier Außenstellen schaffen (Homeworking), Handwerksbetriebe könnten sich ansiedeln.

Künstler, Ärzte, sensible Menschen könnten Mühlen erwerben und viele haben dies schon gemacht. Sie nutzen die Ausstrahlung dieser alten Orte. Ich selbst bin in einer solchen alten Mühle aufgewachsen und habe diese positive Ausstrahlung erlebt. Später, als ich oft vom Beruf ausgelaugt war, besuchte ich diese alten Gebäude, spürte die positive Aura und kehrte erholt und positiv gestimmt zurück.

Könnte man diese bis zu 1000 Jahr alten Mühlenbiotope und deren heilende Wirkung nicht therapeutisch nutzen?

Vorschläge zur Hilfe für alte Mühlengebäude.

  1. Alte Mühlen sind Kulturgut. Deshalb müssten Staat und Land diese fördern.
  2. Klimageschützte Mühlen können, wenn unter Denkmalschutz, Förderungen bekommen.
  1. Besitzer alter Mühlen müssen selbstbewusst auftreten und Kontakt zu Gemeinden, Land, suchen. Lösungen dabei und Zusammenarbeit suchen und pflegen. Zusammenarbeit mit Künstlern und mit der Wirtschaft.
  1. Schulen haben die Aufgabe Ausflüge zu den alten Mühlen zu machen, damit die Schüler deren Wert und Nutzen kennen lernen. Besonders Berufsschulen sollen so den Lehrlingen die kulturgeschichtliche Bedeutung der Mühlen verständlich machen.