Die Entwicklung der Mühlen – Die Besiedlung des Weinviertels

Die Besiedlung des Weinviertels In diesem ebenem Landstrich lebten bereits vor 40.000 Jahren Menschen. Es waren dies Jäger. Die ersten Bauern (Ackerbau und Viehzucht) gab es hier seit ca. 5.500 v. Chr. Diese neue jungsteinzeitliche Lebensweise mit Ackerbau, Viehzucht erforderte feste Wohnhäuser und die Herstellung von Tongefäßen nennt man „neolithische Package“. Dörfer und Strassen entstanden. Aus dem Bronzezeitalter (2.400-1.100 v. Chr.) haben wir reiche Funde. In der älteren Eisenzeit (1.100-500 v. Chr.) kennt man das lange Antennenschwert, Pferdezaumzeug,… aus Funden in Limberg, Kleedorf, Retz,.. Ab 500 v. Chr. herrscht auch bei uns das große Volk der Kelten, die rege Handelsverbindungen mit den Griechen und Römern hielten. Sie waren die ersten Europäer – Bei ständigen Kriegen wechselten in der Großen Völkerwanderung die Völker im offenen Weinviertel. Karl der Große brachte eine Einigung der germanischen Völker um 800 n. Chr. Zahlreiche Klostergründungen brachten einen Aufschwung der Landwirtschaft. Wassermühlen wurden erbaut. Die entstandenen Dörfer bekamen oft die Namen der ersten Gründer. Unter Verwendung des Buches: „Der Hollabrunner Kreis“ von P. Ludwig Koller Bereits seit der letzten Zwischeneiszeit, seit etwa 40.000 Jahren, sind bei uns Menschen nachweisbar. Sie sind aus Asien und dem Nahen Osten eingewandert. Sie müssen sehr geschickte Jäger gewesen sein, um über die langen Winter gekommen zu sein. (Wie die Eskimos bis in unsere Zeit!) Diese jagten mit Steinwerkzeugen Tiere, die sie in Höhlen oder auch im Freien verzehrten. (Funde in der Gudenushöhle und in der Drosendorfer Gegend) Erste Bauern in Mitteleuropa (angeregt von der Ausstellung im Eggenburger Krahuletzmuseum) (Die Jungsteinzeit umfasst den Zeitraum von der erstmaligen Einführung von Ackerbau, Viehzucht und sesshafter Lebensweise bis zum Beginn der Bronzemetallurgie)

5500 v. Chr. Begannen die Menschen in unserer Gegend mit Ackerbau und Viehzucht und legten die ersten festen Siedlungen an. So griffen sie erstmalig in großem Maßstab in die Natur ein. Sie rodeten mit Steinäxten immer größere Waldflächen, um Felder anzulegen. Die ersten Haustiere waren Schafe und Ziegen, etwas später auch Rinder und Schweine. Die Verbreitung der ersten Bauerngemeinschaften war stark an die naturräumlichen Gegebenheiten gebunden. Die Bauern hatten eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie ihre Siedlungsräume beschaffen sein sollten. Lössböden und Schwarzerde wurden bevorzugt, da sie fruchtbar waren und sich leicht bearbeiten ließen. Das Klima sollte nicht zu feucht und zu kühl sein. Durch diese Beschränkungen blieben große Gebiete vorerst unberührt. Mit der Zunahme der Bevölkerung dehnte sich die bewirtschaftete Fläche immer mehr aus. Eine Zeitlang lebten Jäger und Bauern nebeneinander

Bis zum 4. Jahrtausend v. Chr. Nahm die Landwirtschaft immer mehr zu und die Jagd hatte nur noch untergeordnete Bedeutung. In diese Zeit fiel auch der Beginn der Milchwirtschaft. Diese neue jungsteinzeitliche Lebensweise mit Ackerbau, Viehzucht; feste Wohnhäuser und Herstellung von Tongefäßen nennt man „neolithische Package“ Ackerbau: Dies wird über verkohlte Getreidekörner oder Blütenpollen nachgewiesen.Die frühen Getreidearten waren Einkorn, Emmer und Nacktweizen. Daneben aber auch Hirse, Erbsen, Mohn und der dem Spinat ähnliche Gänsefuß angebaut. Früchte wie Holzapfel, Hollunder und Himbeeren wuchsen in der Nähe der Siedlungen. Haustiere waren nach dem Hund, der bereits in der Altsteinzeit domestiziert wurde, Schaf und Ziege. Diese Tiere kamen bei uns nicht wild vor und wurden aus dem Nahen Osten gebracht. Von den heimischen Wildformen stammt das Rind und etwas später das Schwein, das ebenfalls von heimischen Wildarten stammt. Zunächst wurden alle Haustiere nur wegen des Fleisches gehalten. Erst in der späten Jungsteinzeit auch wegen der Milch, der Haare und der Wolle. Erst am Ende der Jungsteinzeit wurden Rinder und auch Pferde als Zugtiere eingesetzt. Häuser: Die ersten festen Häuser wurden in Niederösterreich erst 5500 v. Chr. errichtet. Es waren große vierschiffige Langhäuser. In der späteren Jungsteinzeit wurden die Häuser kleiner und waren ganz anders gebaut. Keramik: Für die jetzt sesshaften Menschen waren Tongefäße zur Vorratshaltung und zum Bereiten der Speisen aus Getreide nötig. Es entstand auch bereits der Beruf des Töpfers. Es entwickelten sich verschiedenartige Gefäßformen und Verzierungsstile. Die Muster waren nicht nur Verzierungen sondern hatten zusätzliche Bedeutungen, die wir aber heute nicht mehr nachvollziehen können.

Vor etwa 6.000 Jahren dringt von Osten, entlang der Donau, ein neuer Kulturkreis in unsere Gegend. Die Keramik, die wir finden, ändert sich. Aus den reichlichen Funden der jüngeren Steinzeit gibt es Gefäße mit linearen Verzierungen, Stichbandverzierungen, Bemalungen, alle ohne Drehscheibe hergestellt. Jetzt sind die Steingeräte nicht nur behauen, sondern zusätzlich geschliffen und oft durchbohrt. Die „neolithische Revolution“ beruht auf der Haustierhaltung, der Domestikation von Schaf, Ziege, Rind und Pferd und dem Anbau von Kulturpflanzen (Gerste, Weizen, Hirse) in Form des Hackbaus und des Ackerbaus mit dem vom Rind gezogenen Pflug. Die bodengebundene Wirtschaftsform führte zur Anlage von dörflichen Siedlungen und damit zur Sesshaftwerdung. Der Verkehr wurde durch Wagen und Wasserfahrzeuge (Einbaum, Floß, Fellboot) erleichtert. Sie haben ihre Behausungen auf den gesicherten Hügeln. Die Ähren wurden geröstet, die Körner auf dem Reibstein zerrieben. Dieser Schrot wurde mit Wasser angerührt, erhitzt und als Brei gegessen, später als Fladen auf heißen Steinen gar gemacht. Aus dem Bronzezeitalter (2.400-1.100 v. Chr.) haben wir reiche Funde. Siedlungsstätten waren in Dippersdorf, Limberg, Pulkau, Retz, Jetzelsdorf,… Gräberfunde (Hockergräber) auch in Roggendorf, Schrattenthal, Unternalb, Roseldorf, Zellerndorf. Ende der Bronzezeit kommt es zu Leichenverbrennung und Urnenfunden. In der älteren Eisenzeit (1.100-500 v. Chr.) kennt man das lange Antennenschwert, Pferdezaumzeug,… aus Funden in Limberg, Kleedorf, Retz,… Ende der Eisenzeit werden Vornehme wieder begraben und zwar in Erdhügeln (Tumuli) mit Grabkammern. Ab 500 v. Chr. herrscht auch bei uns das große Volk der Kelten, die rege Handelsverbindungen mit den Griechen und Römern hielten. Sie waren die ersten Europäer – Ihre Kultur war über weite Teile Europas verbreitet. Sie waren die Ersten, welche die Drehscheibe für ihre Topfwaren verwendeten. Damit war die erste Massenproduktion von Gefäßen möglich. Eine riesige Keltensiedlung mit eigener Münzprägung muss noch in Roseldorf freigelegt werden. Ca. 1.500 Menschen lebten dort und an den Bächen war ca. alle zwei km ein Gehöft.. Die Kelten waren große, kräftige Menschen mit gebleichten Haaren und Knebelbart, die alles Bunte liebten. (Kleider aus buntgewebten Stoffen, Edelmetalle, Buntglas)