Bedeutung der Mühlen

Der Ursprung des Ackerbaus

Die Ernährung war für die Entwicklung der menschlichen Kultur sehr wichtig. Pflanzen waren die erste Nahrung. Der Mangel an Pflanzen war Grund für die Entwicklung der Menschheit zum Jäger und die Bevölkerungszunahme und damit die Abnahme des Wildbestandes zwang die Menschen wieder zur Pflanzennahrung. Auch die Sorge um das Morgen, die zur Vorratshaltung zwang, führte zu Ackerbau und Viehzucht. Diese so genannte “Neolythische Revolution” war eine große Umstellung für die Menschheit. Geräte zur Bodenbearbeitung (Pflug), zur Ernte (Sense, Sichel), Sesshaftigkeit (stabile Häuser, Lagerung von Nahrung) Entstehung von Siedlungen und Straßen waren nötig. Aber auch Eigentum, Habsucht, Streit, Krieg entstanden.

Der menschliche Körper musste vom Fleischesser sich zum Körndlesser umstellen. Die Bevölkerungszahlen konnten explodieren. Städte entstanden.

Der Ursprung des Ackerbaues und damit die Verwendung von Getreidemühlen aus „Der Spiegel: Strafgericht am Bosperus: M. Schulz, B. Zand)“:

Der Anfang der menschlichen Kultur ist eng mit der Ernährungsfrage verknüpft. Darwin bewies mit seiner Lehre, dass Pflanzen für unsere frühesten Vorfahren die ältesten Nahrungsmittel waren. Hier kann man aber nicht den Ursprung der Müllerei suchen. Diese Urmenschen brauchten keine Mahlwerkzeuge, da ihr Gebiss hinreichend stark war, um selbst harte Nüsse zu zerbeißen. Mit wachsender Intelligenz entwickelte sich das Gebiss zurück und er benützte Werkzeuge. (Steine).

Die Entwicklung der Sippen zu Jagdvölkern war die Folge mangelnder Pflanzen.

Zwei Millionen Jahre lang hat der Mensch und seine Vorfahren als Parasit, wie ihn der australischer Archäologe Gordon Childe nannte, gelebt. Er zog durch das Land, erlegte Tiere und aß die Früchte die er fand. Ein Fellzelt schützte ihn. Er erfand das Steinmesser, später den Speer. Er war faul und nur der Hunger zwang ihn zur „Arbeit“. Die Bevölkerungszahlen stagnierten. Ein Mensch benötigte die Wildtiere von ca. 10 km2 Land, um ihn ernähren zu können. Bei Jagdglück stopfte er sich mit Fleisch voll, bei fehlendem Glück hungerte er. Es galt als charakterschwach sich um das Morgen zu kümmern. Er lebte sorglos.

Die Menschen der Mittelsteinzeit (8000 – 5500 vor Chr.) lebten in den großen mitteleuropäischen Urwäldern. Weitläufige Reviere mussten sie auf der Jagd nach Hirschen oder Auerochsen durchstreifen. Sie benutzten dabei kurzfristig Rastplätze, bewohnten aber auch längere Zeit meist an Seen und Flüssen Lager. Ihre meisten Reviere waren mehr oder weniger feststehend. Fisch- und Vogelfang bereicherte ihren Speiseplan. Die für diese Zeit typischen kleinen Geschoßspitzen waren für die Jagd auf Kleintiere (Marder, Hase, Biber,…) bestimmt. Auch Schnecken und Muscheln wurden gesammelt. Eine weitere wichtige Nahrung waren Bucheckern, die gemahlen und als Brei gegessen wurden und auch im Feuer geröstete Haselnüsse.

Archeologische Funde von Getreidepollen lassen uns vermuten, dass gegen Ende der Mittelsteinzeit einzelne Jäger- und Sammlergruppen bereits Getreide anbauten. Ob sie auch schon Vieh hielten, ist nicht erwiesen.

Mit der Sorge um das Morgen begann das Eigentum wichtig zu werden, die Habsucht wurde stärker und die gute Laune des „gedankenlosen“ Jägers verschwand. Viele Tiere waren dem Menschen dabei Vorbild: das Eichhörnchen, das für spätere Feste Nüsse sammelte, die Honigwaben füllenden Bienen, die Ameisen, die fürs Regenwetter Vorräte speicherten, sie alle lehrten unsere Vorfahren aus der Überfülle des Heute für das Morgen zu sparen.

Heute ist Jagd den meisten ein Spiel oder Sport. Einst war sie für Jäger und Wild ein Kampf auf Leben und Tod.

Im letzten Grunde beruht unsere Kultur auf dem Nahrungsvorrat. Es war nicht befriedigend nur vom Jagen zu leben. Inzwischen machte die Frau die größte wirtschaftliche Entdeckung, die Freigebigkeit des Bodens. Sie sammelte Nüsse, Eicheln, Beeren, vielerlei Früchte und auch Gräser. Dies war wertvolle Nahrungsergänzung.

Amerikanische Forscher haben die bislang ältesten Hinweise auf die Verarbeitung von Gräsern gefunden: Bereits vor etwa 23.000 Jahren haben Menschen demnach gezielt wilde Gerste mit Mühlsteinen aufbereitet und damit einen entscheidenden Schritt in der Kulturentwicklung gemacht. Darauf deutet ein in Israel entdeckter Mahlstein hin, berichten Dolores Piperno vom Smithsonian Tropical Research Institute in Falls Church und ihre Kollegen. Die Wissenschaftler analysierten Stärkekörner, die gemeinsam mit dem Mühlstein erhalten geblieben sind. Diese Körner unterscheiden sich in Form, Größe und anderen Merkmalen voneinander und lassen sich daher jeweils einer bestimmten Pflanzenart zuordnen. Piperno und ihr Team verglichen die mikroskopisch kleinen Überreste mit den Stärkekörnern anderer Pflanzen und entdeckten, dass die 23.000 Jahre alten Körner von wilder Gerste, möglicherweise auch von wildem Weizen stammten. Für die Verarbeitung anderer Pflanzenteile wie Wurzeln oder Knollen fanden sie dagegen keine Hinweise. Mahlsteine wie der in Israel gefundene wurden schon an vielen Orten ausgegraben. Bisher fehlten aber eindeutige Hinweise darauf, dass mit den Steinen tatsächlich Getreide oder andere Pflanzenteile verarbeitet wurden.

Die Forscher machten zudem eine einem Ofen ähnliche Feuerstelle aus. Daher vermuten sie, dass die Menschen das Getreide damals zu Teig weiterverarbeiteten und eine Art Brot daraus buken.

Wie kam der Mensch eigentlich auf die Idee, Körner zu essen? Getreide ist schließlich ein Gras, kaum genießbar, viel weniger ergiebig als Früchte, Knospen, Knollen und auch das Wild. Die Urformen des Getreides haben nicht viel gemein mit unseren heutigen Zuchtsorten. Es waren ein paar mickrige Halme mit ein paar verlorenen Körnern dran, gerade genug, um die Art zu erhalten. Die Urmenschen haben sicher nicht aus gesundheitlichen Gründen begonnen Getreide zu essen, so wie wir heute unser Müsli. Hätte die Menschheit bewusst begonnen, Getreide anzubauen, hätte sie gleichzeitig folgende Techniken aus dem Nichts entwickeln müssen:

*) spezielle Geräte zum Anbau von Grassamen, wie den Pflug, möglichst mit Ochsengespann – ein schier aussichtsloses Unterfangen bei minimalem Ertrag.

*) ausgefeilte Erntetechniken mit Sicheln und Dreschflegeln – und das, obwohl sich Nüsse oder Eicheln viel einfacher ernten lassen?

*) müllerische Techniken. Rohe Grassamen kauen ist nicht sehr vergnüglich und selbst bei Vollwertköstlern verpönt.

Das alles müsste gleichzeitig und binnen weniger Jahre entstanden sein. Denn sonst wäre die Gesellschaft verhungert oder hätte die Lust an dem erkennbar aussichtslosen Experiment verloren. Der Getreideanbau begann erst vor gut 10.000 Jahren, während das Feuer schon seit mindestens einer Million Jahre zur Speisenbereitung genutzt wird. Seit 40.000 Jahren ist auch das Kochen üblich. Insofern ist der Mensch entwicklungsgeschichtlich eher an seinen Herd angepasst als an die Körner. Das Feuer war der zweite große Durchbruch für die Menschheit nach der Entwicklung von Werkzeugen vor etwa zwei Millionen Jahren. Denn erst die Hitze ermöglichte die bemerkenswerte Ausweitung des Speisezettels: Nun konnten viele Pflanzen entgiftet werden, die noch nicht auf die Idee gekommen waren, kochstabile Abwehrstoffe zu entwickeln. Dadurch war eine schnelle Zunahme der Bevölkerung möglich. Viel leichter zugänglich als Getreide waren zum Beispiel Nüsse, Kastanien oder Eicheln. Sie sind haltbar, nahrhaft und schnell zu sammeln. Zudem musste man sie mahlen, um die schädlichen Tannine heraus waschen zu können. Das erklärt die verblüffende Beobachtung mancher Archäologen, die zwar allerlei Mahlwerkzeuge vorfanden, aber keine Sicheln, wie man sie zur Getreideernte braucht. Als das Getreide schließlich auf der Speisekarte unserer Vorfahren auftaucht, gab es längst Mühlen. Eichenwälder gab es einst genau dort, wo später das Getreide in Kultur genommen wurde. Bleibt die Frage: Was veranlasste unsere Vorfahren, die effiziente Eichelernte mit einem Ertrag von etwa 70 Zentnern pro Hektar, die in einer 40-Stunden-Woche gesammelt werden können, gegen den mühsamen Grasanbau einzutauschen? Irgendwann war offenbar Schluss mit den Eichen, sei es durch eine klimatische Veränderung, sei es durch Abholzung, um Brennholz zum Waffenschmieden zu gewinnen oder durch Ziegenhaltung, die stets zum Waldsterben führt. Das Getreide wurde damals aus purer Not gegessen, als die wachsenden Menschenansammlungen das Wild dezimiert hatten und die Eicheln ausblieben. Der pure Hunger ließ die Menschen das essen, was übrig blieb, nachdem das Fleisch, die Knollen und die Beeren verzehrt waren. Prähistorische Funde zeigen, dass die Lebenserwartung der Jägervölker beim Übergang zur Körnerkost rapide sank. Sie hatten eine höhere Kindersterblichkeit, Knochenschäden durch Fehlernährung und mehr Todesfälle durch Gewalteinwirkung, sprich Krieg. Es dauerte Jahrhunderte, bis sich die Menschen von diesem Ernährungsschock wieder erholt hatten und ihre Anbau- und Verarbeitungstechniken so weit verbessert hatten, dass sie mit dieser Kost gesund bleiben konnten. Wir sind die Nachfahren jener, die es überlebt haben, und insofern besser angepasst. Der Grund, warum der Mensch aufs Getreide kam, ist also recht simpel. Er musste buchstäblich ins Gras beißen. Bis heute vermochte er sich offenbar nicht so recht an die rohen Körner zu gewöhnen. Deshalb gibt es den Müller und den Bäcker.

Der Ackerbau entwickelte sich stufenweise über einen sehr langen Zeitraum, schätzen Wissenschaftler. Unsere Vorfahren machten den wichtigsten Technologischen Fortschritt, den von Jäger und Sammler zu Ackerbau und Viehzucht. Durch diesen Schritt ergaben sich natürlich Folgeprobleme, die einer Lösung bedurften.

30.000 Jahre altes Mehl

Mahlsteine, wie dieser wesentlich jüngere aus Irland, dürften bereits vor mindestens 30.000 Jahren zur Herstellung von Mehl verwendet worden sein.

Aktuelle Funde in Italien, Russland und Tschechien zeigen: Europäer sind viel länger Körndlfresser als bisher gedacht.

Washington – Homo sapiens, der moderne Mensch, ist „von Natur aus“ ein sogenannter Omnivore oder Allesfresser. Umstritten ist in der Wissenschaft allerdings, welcher Anteil der Nahrungsaufnahme bei unseren Vorfahren auf Fleisch und auf Pflanzenkost entfiel – und wann was bevorzugt wurde.

Bisher gingen Fachleute davon aus, dass die Menschen in Mitteleuropa zumindest bis zur Jungsteinzeit, also bei uns vor rund 7500 Jahren, vor allem als Jäger lebten und so hauptsächlich Fleisch auf ihrem Speiseplan hatten. Erst mit der Sesshaftwerdung sei aus den Carnivoren (Fleischesser) durch Landwirtschaft Auch-Herbivoren (Pflanzenesser) geworden und mehr pflanzliche Kost verspeist worden.

Diese These wird nun durch ein internationales Forscherteam erschüttert, das bei Untersuchungen in drei archäologischen Fundstätten in Italien, Russland und der Tschechischen Republik 30.000 Jahre Stärkekörner an Mahlsteinen sowie spezifische Abnutzungsspuren an den Werkzeugen entdeckte. Mit anderen Worten: Menschen in Europa stellten vor mindestens 30.000 Jahren Mehl her, wie die Forscher um Anna Revedin vom Italienische Institut für Vor- und Frühgeschichte in Florenz im Wissenschaftsmagazin PNAS schreiben.

Die Steinwerkzeuge, die die Forscher mikroskopisch untersucht hatten, wurden ähnlich wie Mörser und Stößel genutzt, berichten die Forscher. Die Abnutzungsspuren zeigten, dass damit Pflanzen zerstampft und gemahlen wurden. Die Stärkekörner, welche die Wissenschafter noch nach 30.000 Jahren an der Oberfläche der Werkzeuge nachweisen konnten, stammten vermutlich aus der Verarbeitung von Rohrkolben und Farnpflanzen. Beide Pflanzengruppen hätten unterirdische Speicherorgane, die sehr viel Stärke enthielten und somit eine gute Energie- und Kohlenhydratquelle darstellten.

Für die Herstellung des Mehls müssen die Menschen die Wurzeln der Pflanzen zunächst geschält und getrocknet und sie dann zermahlen haben. Schließlich müsse das Mehl noch weiter gekocht oder gebacken worden sein, da es nur so gut verdaulich sei. Hauptgrund für die Nutzung von Mehl sei laut den Forschern gewesen, dass es die Menschen unabhängiger von ihrer Umwelt und saisonalen Schwankungen gemacht habe. (tasch, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 19.10.2010)

Wer hätte bitte postuliert, dass keinerlei Grünzeugs bzw Körndln vor Einführung des Ackerbaus gegessen wurde? Getreide wächst auch so und anderes Stärkehältiges auch. Man kann es ja auch zerstampfen, wenn man es findet und nicht nur, wenn man es angebaut und geerntet hat. Also nach Revolution schaut das nur insofern aus, als dass das Essen offensichtlich vor Verzehr ziemlich bearbeitet wurde.

Der „Fleischfresser“ wurde erst zum Menschen, als er aus der unsicheren Jagd die Sicherheit des Hirtenlebens entwickelte.

Vor ca. 15.000 Jahren, nach der letzten Eiszeit, kam es zu dieser so genannten „neolithischen Revolution“. Die Menschen begannen zu produzieren und brauchten dazu epochemachende Erfindungen:

9.000 v. Chr. baute der Mensch solide Lehmhütten, die in der Folge immer solider und auch schöner wurden.

8.000 v. Chr. brannte er Tongefäße und konnte Lebensmittel lagern

7.600 v. Chr. züchtete er das erste Getreide. Es war eine Dinkelart, d.i. eine Weizenform, bei der die Hülsen (Spelzen) am Korn bleiben und die Ähren an der Ährenspindel getrennt stehen. Die ältesten Formen davon waren der Emmer, eine nicht winterharte, langgrannige Form und das Einkorn, mit einkörnigen Einzelährchen begrannt. Später kamen dazu Gerste, Mohn und Flachs. Dazu mussten noch viele wichtige Erfindungen gemacht werden: die Harke und später der Pflug für die Bodenbearbeitung, die Sichel und Sense für die Ernte.

Viel Arbeit kam mit dem Ackerbau. Von der Aussaat des Korns bis zum fertigen Brot braucht es ca. 40 Arbeitsvorgänge, die alle mühsam sind.

Neolithische Fundorte am Oberlauf von Euphrat und Tigris, (Göbekli, Tepe und Abu Hureira) aber auch in Jericho und der heutigen Türkei (Catal Hüyük) legen den vermutlichen Ursprung des Ackerbaues auch geographisch fest.

7.000 v. Chr. gab es bereits Haustiere, die den Menschen vom Jagdglück unabhängig machten.

Naturheilarzt Dr. Peter D’Adamo: Vor ca. 40.000 Jahren, mit dem Erscheinen des Cro-Magnon-Menschen, wurde dieser Mensch zum gefährlichsten Raubtier und zur Spitze der Nahrungskette. Als Fleischesser hatten alle Menschen einheitlich die gleiche Blutgruppe 0, die auch heute noch am weitaus häufigsten vorkommt. Dieser 0-typ, „der Jäger“, gilt auch heute noch als stark, selbstbewusst und durchsetzungskräftig. Um 20.000 v. Chr. waren die Menschen auf der Suche nach Fleisch von Afrika nach Europa und Asien vorgedrungen. Bei Mangel an Fleisch entwickelten sie sich zu Allesessern, die auch Beeren, Maden, Raupen, Nüsse, Wurzeln, Gräser, Kleintiere verzehrten. Auch Fische und andere Nahrung aus dem Wasser kamen auf den Speisetisch. 10.000 v. Chr. war alle Festlandmasse der Erde vom Menschen besiedelt und der Bestand an Großwildtieren ging drastisch zurück.

Als Folge der Sesshaftwerdung in der Jungsteinzeit, der neuen Lebensweise bedingt durch Ackerbau und Viehzucht, Leben eng beisammen in größeren Siedlungen, veränderte sich der Verdauungstrakt und das Immunsystem der Menschen. Durch diese Mutation konnte der Organismus Getreide und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse besser vertragen und resorbieren und der Mensch mit der Blutgruppe A entstand. Der Mensch mit dieser Blutgruppe, „der Landwirt“, gilt als sesshaft, kooperativ und friedfertig. Er war in den nun viel dichter besiedelten Gebieten viel widerstandsfähiger gegen Infektionen als der Mensch mit der Blutgruppe 0.

Blutgruppe B entstand vor 10.000 bis 15.000 Jahren im kalten, unwirtlichen Hochland des Himalaja und wurde in der Folge von den Mongolen bis nach Europa verbreitet. Dieser Typ, „der Nomade“ gilt als ausgewogen, flexibel und kreativ.

Blutgruppe AB entstand erst vor ca. 1.000 Jahren durch Vermischung dieser Eindringlinge aus dem Osten mit den Völkern Europas und ihre Träger haben noch heute eine geringere Anfälligkeit gegen Allergien und Immunerkrankungen wie etwa Arthritis, Lungenentzündung oder Lupus. Der AB-typ, „der Rätselhafte“ ist selten, aber geheimnisvoll und charismatisch.( Aus „4 Blutgruppen“ von P.J. D` Adamo, C. Whitney)

Die neue Form der Selbstversorgung, die Landwirtschaft, brachte viele Vorteile. So konnten die Bevölkerungszahlen explodieren. 20 mal mehr Menschen konnten jetzt auf dem gleichen Raum leben und große Dörfer und Städte entstanden. Der deutsche Archäologe Klaus Schmidt konnte bei Grabungen in Göbekli jedoch Großsiedlungen finden, die ca. 11.000 Jahre alt sind. Man fand dort zwar Wildgetreide, aber keine Mahlsteine und keine Backöfen. Auch in Catal Hüyük lebten 10.000 Menschen in einer Großsiedlung ohne geregelten Ackerbau. Wie konnten sie überleben? Die Prähistoriker erklären dies mit einer hochspezialisierten Jagdmethode. Diese Jäger trieben ganze Gazellenherden in kilometerlange, U-förmig aufgebaute Mauern. Bei diesen Riesenfallen fiel schlagartig tonnenweise Fleisch an, das dann in den Häusern geräuchert und gelagert wurde. Diese „Fleischkonservenstädte“, von Jägern errichtet, waren die Keimzellen des Fortschritts. Diese Vorform der Sesshaftwerdung schuf die Möglichkeit zum Experimentieren mit dem Getreideanbau. Kichererbsen, Gerste und Linsen wurden dort gefunden für erste entscheidende Zuchtverfahren.

Um 7.000 v. Chr. begannen dann die Bewohner vom Oberlauf des Euphrat ihre landwirtschaftlichen Flächen immer weiter auszudehnen. Gut kann man ihren Weg verfolgen, weil sie ihre Tongefäße auffällig verzierten, die sogenannten Bandkeramiker. Beim türkischen Kirklareli wurde eine Großbäckerei, eine ganze Batterie von Backöfen, rekonstruiert. Es lebten dort ca. 6.000 v. Chr. mindestens 150 Menschen. Um diese Zeit erreichten diese „Körndlbauer“ das heutige Jugoslawien und eine andere Gruppe entlang des Mittelmeeres Spanien. Im bulgarischen Drama wurde ein Dorf aus dieser Zeit freigelegt. Die Bauern bauten dort Weizen auf großen Feldern, sie züchteten Rinder, Schafe und Ziegen und lebten in rechteckigen, solid gebauten Lehmhütten, die mit Kalk verputzt waren. Das Gebiet des Schwarzen Meeres war bereits 6.000 v. Chr. ein blühendes Agrarland, da geschah ca. 5.500 v. Chr. etwas unvorstellbares, wie der deutsche Geologe Burkhart Fleming, Leiter der Abteilung Meeresforschung in Wilhelmshaven, erklärt:

Vor 18.000 Jahren war die Höchstphase der Vereisung der letzten Eiszeit (Würm: 120.000 bis 10.000) erreicht und es begannen die Gletscher zu schmelzen. Um 130 m insgesamt stieg der Meeresspiegel in den folgenden Jahrtausenden. Das Wasser des Mittelmeeres überwand dabei vor 12.000 Jahren die Dardanellen und ergoss sich in das Becken des heutigen Marmarameeres und vor 7.500 Jahren nach einem weiteren Anstieg wurde auch der Bosporus überwunden und in einer gigantischen Flutwelle wurde das fruchtbare Ackerland des heutigen Schwarzen Meeres überflutet. Pro Tag stürzten ca. 50 km3 Wasser herab und das Wasser stieg täglich um 20 cm. Getreidefelder wurden überflutet, Tausende Lehmhütten und Tempelanlagen weggespült, Backöfen und Viehställe mit kleinen Rinderrassen versanken im Schlamm. Die Menschen ertranken oder wurden massenhaft vertrieben. Mindestens 300 Tage dauerte diese Katastrophe. Bei einer Bevölkerungsdichte von zwei Menschen pro km2 waren ca. 200.000 Bewohner des Schwarz-Meergebietes betroffen. Dieses spektakuläre Ereignis, so meint der Unterwasserforscher Robert Ballard, der den Grund des Schwarzen Meeres erforschte, könnte Anlass für die Sintflutsaga gewesen sein. Schwer traumatisiert haben die Überlebenden diese Flutkatastrophe weitererzählt und erst viel später, im Gilgamesch-Epos 2.000 v. Chr. und viel später, 400 v. Chr., in der Bibel als Geschichte von der Arche Noah, niedergeschrieben. Über 250 weitere Hochwassermythen sind den Völkerkundlern aus der ganzen Welt bekannt. Es stieg ja der Pegel der Ozeane weltweit um 130 m und fast 10 % der Landfläche versanken dabei.

Mit etwas Hausrat auf dem Rücken (Hacken, Schaufeln und Saatgut) flohen die Farmer aus ihrer Kornkammer am Schwarzen Meer. Diese Katastrophe war vermutlich der Grund für die so rasche Ausbreitung der Landwirtschaft in ganz Europa. Bereits 7.000 v. Chr. war ganz Anatolien Ackerland. 6.000 v. Chr. waren diese Bandkeramiker in Griechenland und bis zum Balkan zu finden. Mit Werkzeugen und Saatgut im Gepäck kamen sie in Trupps mit Fellbooten die Donau hochgefahren in nur 200 Jahren von 5.500 bis 5.200 v. Chr. eroberten sie den gesamten Donauraum bis zum Rhein und zur Elbe und bis Frankreich und im Osten bis Nordrussland. In Mitteleuropa fanden sie 30 m hohe Lindenwälder. Mit Steinäxten schlugen die Kolonisten Schneisen ins Dickicht und zwischen die Baumstümpfe säten sie in den fruchtbaren Boden ihr Getreide. Die mesolithische Urbevölkerung, Jäger und Sammler, bestaunten diese arbeitswütigen Bauern und wurden abgedrängt oder assimiliert.

In der Jungsteinzeit (4000 – 1800 v. Chr.) war es bei uns sehr warm. Die Bevölkerung ernährte sich hauptsächlich von Einkorn, Emmer, Gerste, Lein.

Die Bronzezeit (1800 – 800 v. Chr.) brachte kühleres und feuchtes Wetter und damit andere Ernährungsschwerpunkte: Aus dem Mittelmeerraum kam die Sau- oder Pferdebohne zu uns. Diese verträgt die Feuchtigkeit. Wegen des hohen Eiweißgehaltes war es für die schwer arbeitenden Landwirte eine wichtige Nahrung. Auch der Dinkel, der aus dem Kaukasus nach Mitteleuropa kam war sehr eiweißreich. Er ist eine Kreuzung aus Emmer mit Gräsern. Hirse kam aus China. Weil dieser keinen Kleber besitzt, kann man daraus kein Brot backen. Hirse wurde als Brei gegessen und an das Vieh verfüttert. Hirse ist zwar etwas frostempfindlich, liebt aber das feuchte Klima. Erst am Beginn der Neuzeit wurde Hirse durch die Kartoffel, die aus Amerika kam, verdrängt.

Der Weinbau ist bei uns nicht erst durch die Römer eingeführt worden. Aus der Keltischen Zeit ist Wein bei uns nachgewiesen. Weinkerne wurden in Stilfried sogar aus der Bronzezeit gefunden und in Roseldorf in der Keltensiedlung.